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Endodontie versus Implantologie – Ein Gegensatz?

Einerseits ist die endodontische (Wurzelkanal-)Behandlung oftmals die letzte Möglichkeit einen natürlichen Zahn zu erhalten, insbesondere sofern sie als Revisionsbehandlung zum Einsatz kommt. Sie kann bei fachgerechter Durchführung der Behandlung noch zu einem langfristigen, ggf. jahrzehntelangen Erhalt führen. Voraussetzung dafür ist, dass der Zahn ausreichend wieder aufgebaut werden kann, genügend Zahnhalteapparat aufweist und bezüglich der Form seiner Wurzelkanäle noch sinnvoll zu bearbeiten ist.

Andererseits wird der Ersatz eines natürlichen Zahnes durch ein Implantat immer häufiger als Alternativtherapie diskutiert. Aktuell scheint es eine Tendenz zu geben, Zähne, die oftmals erhalten werden könnten, durch Implantate zu ersetzen.

Ein Hintergrund dafür könnte die Diskrepanz sein zwischen den Erfolgsraten endodontischer Behandlungen in klinischen Studien mit kontrolliertem Qualitätsprotokoll und dem was in der Realität der generalisierten Praxis erreicht wird. Erfolgsraten basieren auf guten klinischen Ergebnissen (Beschwerdefreiheit und röntgenologisch einwandfreie Situation), wie sie in endodontischen Studien zugrunde gelegt werden. Diese Erfolgsraten unterscheiden sich von den Überlebensraten der implantologischen Studien, die nur berücksichtigen ob sich das Implantat noch im Knochen befindet. Hierbei werden zum Beispiel Frühverluste von Implantaten oder solche, die prothetisch nicht weiterversorgt werden können, statistisch nicht in Betracht gezogen.

Ein weiterer zum Teil wenig berücksichtigter Faktor ist das Alter des Patienten und damit die notwendige Lebenserwartung des Implantats. Umfassende, durch klinische Studien gesicherte Langzeiterfahrungen liegen im Rahmen der Implantattherapie erst für etwa 15 Jahre vor. Sofern heute also einem jungen Patienten ein Implantat gesetzt wird, kann sich ggf. nach 20 Jahren die Notwendigkeit einer extrem schwierigen Neuversorgung nach Verlust des implantattragenden Knochens ergeben. In diesem Falle wäre wohlmöglich das Herauszögern des Zahnverlustes durch eine, wenn auch eventuell aufwendige, endodontische Behandlung sehr hilfreich.

Weiterhin tauchen erst in den letzten Jahren vermehrt Probleme mit Periimplantitis, also der Entzündung des Haltegewebes um die Implantate, auf. Erkrankungsraten zwischen 10 und 29% werden in Studien beobachtet. Dabei finden sich Hinweise, dass Patienten, die im Vorfeld ihre Zähne aufgrund der Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontitis, landläufig auch Parodontose genannt) verloren haben, vermehrt zu Periimplantitis neigen. Weil diese Problematik immer mehr an Bedeutung gewinnt, beginnen wir Zahnärzte jetzt Therapien zur Behandlung von Periimplantits zu entwickeln.

Um nicht missverstanden zu werden, ich spreche hier nicht gegen Implantate, die eine hervorragende Therapieoption sind, wenn der natürliche Zahn nicht mehr vorhandenen ist oder keine ausreichende Prognose mehr hat. Der natürliche Zahn sollte in den allermeisten Fällen unter Einsatz der erforderlichen Mittel (z.B. dem Dentalmikroskop) erhalten werden. Zumindest sofern er noch sinnvoll wieder aufgebaut werden kann, ausreichend im Knochen steht und so eine gute Prognose hat.

Also muss es nicht heißen Endodontie/Zahnerhaltung versus Implantologie, sondern Endodontie und Implantologie, denn so können wir Zahnärzte je nach Situation alle Optionen nutzen, um unsere Patienten optimal zu versorgen. Dazu kann festgehalten werden, dass Implantologen beim Thema Extraktion zurückhaltender vorgehen, je mehr sie über die erweiterten Möglichkeiten des Zahnerhalts durch die Endodontie wissen. Genauso betreiben Endodontologen keine Zahnerhaltung „um jeden Preis“, wenn sie sich der aktuellen Möglichkeiten der Implantologie bewusst sind.

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